Irland

Es scheint, daß es keine Templerniederlassung in Irland vor der Okkupation der Insel durch Heinrich II. gab. Er war es, der zwischen 1172 und 1177 den Orden mit einer Anzahl Güter und Privilegien beschenkte. Die irischen Templer erfreuten sich der selben Freiheiten wie ihre Brüder in England. Die Provinz war - obwohl sie ihren eigenen Provinzmeister hatte - der Provinz England unterstellt. Jener wurde vermutlich auf dem Provinzialkapitel in London gewählt, denn die irischen Komture waren gehalten, den jährlichen Kapiteln in London beizuwohnen. Nichtsdestoweniger war der Provinzmeister von Irland eine bedeutende Persönlichkeit. Mehrere Male wurde er durch den König ernannt, gemeinsam mit dem Justiziar die Zölle und Steuern des Landes einzutreiben. Die Meister und die in Irland stationierten Ritter rekrutierten sich aus der anglo-normannischen Oberschicht. Am Vorabend des Prozesses besaß der Orden in Irland ungefähr 21 Landsitze, über 20 Kirchen, sowie Ländereien und andere Einkommen.

Provinzmeister von Irland:

~1186 Walter
~1200-1210 Hugues
~1210 Henri Foliot
~1234 Ralph de Southwark
1235-1250 Roger le Waleis
1250-1273 Herbert de Manchester
~1278 Ralph de Glastonbury
~1295-1301 Walter le Bachelor
1302-1306 William de Warenne
1307-1308 Henri de Tanet

Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
Lord, E.: The Knights Templar in Britain, Edinburgh 2002. Wood, H.: The Templars in Ireland, in: Proceedings of the Royal Irish Academy 27 (1907).

 

"Ira et Dolor"

Ist der Titel eines auf Provenzalisch verfassten Gedichts über die Trauer und Wut gegenüber den Niederlagen der Christen im Orient und der mangelnden aus Europa eintreffenden Hilfe. Es ist in zwei Handschriften überliefert (Paris, BN MS fr. 856 und Modena, Biblioteca Estense, Cod. Compori). In diesem zweiten Manuskript wird als Autor ein 'Ricaut Bonomel, fraire del Temple' genannt. Zuvor wurde das Gedicht einem gewissen 'Olivier del Temple' zugeschrieben.

Quelle im Volltext (Provenzalisch und Franz. Übersetzung)

 

Isaac de l'Etoile

Siehe Etoile, Isaac de

 

Israel

s. Heiliges Land

 

Italien

Der heutige geographische Raum Italien war im Mittelalter in drei Templerprovinzen eingeteilt, einen zentral-nördlichen Teil, in den Quellen oft Italia genannt, zu dem zur Zeit des Prozesses Sardinien gehörte, die Lombardei, die Toskana, Rom, das Herzogtum Spoleto und Campanien. Dabei entsprechen die mittelalterlichen Regionen nicht hundertprozentig den heutigen italienischen Verhältnissen. Eine weitere Provinz umfasste Apulien, und die dritte Sizilien, wobei die beiden südlichen Provinzen zum Teil einem gemeinsamen Oberen unterstanden.

Die ersten Niederlassungen des Ordens entstanden an bedeutenden Verkehrswegen, z. B. der Via Francigena, dem Pilgerweg nach Rom, oder in Häfen, von denen aus die Verbindungen ins Heilige Land aufrecht erhalten wurden. Vielleicht hatte der Hl. Bernhard v. Clairvaux maßgeblichen Anteil an einigen der Gründungen/Schenkungen, denn in den 30er und 40er Jahren des 12. Jh.s reiste er mehrfach nach Norditalien. Beweise für diese Unterstützung existieren allerdings nicht.

Der erste aus den Quellen bekannte Provinzmeister war Bonifacio 1167, und er wurde durch den Ordensmeister Bertrand de Blanchefort selbst ernannt.Einige Male tauchen in den Quellen Provinzmeister für "ganz Italien" (totius Italie) auf: 1227 Guglielmo da Melzo, 1245 Giacomo de Boscho, 1256 Dalmazio de Fenolar. Ein genauerer Abgleich der in den Urkunden getätigten Verwaltungsakte zeigt aber, dass auch hier nur Norditalien gemeint war und keine übergeordnete Autorität. Erst in den letzten beiden Jahrzehnten des 13. Jh.s gab es eine diesbezügliche Neuordnung.

Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
Bellomo, Elena: The Templar Order in North-West Italy, 2007.

 

Italien-Zentrum/Nord

Zu dieser Provinz gehörten die Unterprovinzen (balia, preceptoria, provincia) Lombardei, Toskana, Patrimonium Beati Petri in Tuscia, Rom, das Herzogtum Spoleto, Campanien, Maritima, die Marken und Sardinien. Die Grenzen der Unterprovinzen waren jedoch fließend, und zum Teil hatten Würdenträger die Aufsicht über zwei Unterprovinzen in Personalunion inne. "Lombardei" wurde auch als Synonym für ganz Norditalien gebraucht.

In Trient erhielten die Templer 1228 zu gleichem Anteil wie die Deutschordensritter und die Johanniter, ein Haus im borgo novo übereignet. Dieser Anteil wurde jedoch schon 1231 aus nicht niedergelegten Gründen an den Bischof von Trient verkauft. In der Toskana und dem Piemont richteten die Templer vor allem an der Pilgerstrasse nach Rom, der Via Francigena, ihre Niederlassungen ein, und natürlich in den großen Städten. Man findet Komtureien zum Beispiel in Pavia, Tortona, Asti, Parma, Savigliano und Perugia. Die Beziehungen der Templer zu den Stadtgemeinden waren gut und oft sehr eng. So war es ein Templer, der 1202 als Podestat - zeitlich befristeter Stadtherr - der Kommune Savigliano gewählt wurde. Zum Zeitpunkt des Prozesses drohte die Stadt Tortona den Inquisitoren, die gegen die ansässigen Templer vorgehen wollten.

Der Sitz der Region Piemont, die Komturei Santa Maria del Tempio, befand sich in Asti. Provinzialkapitel wurden in Piacenza, gegen Ende des 13. Jh. häufig in Reggio-Emilia abgehalten.

Die Beziehungen des Ordens zu den örtlichen zivilen und kirchlichen Autoritäten schwankten während der knapp 160 Jahre Existenz des Ordens in der Region. Sie waren abhängig von der politischen Großwetterlage (Kampf der Päpste gegen die Staufer), aber auch von den Plänen der städtischen Expansion. Eine globale Einschätzung politischer Präferenzen des Ordens ist nicht möglich. Als 1158 Friedrich Barbarossa Mailand belagerte, nahm er sein Hauptquartier in der dortigen Templerkomturei. 1160 erklärte sich der Komtur von Rom für Victor IV, den kaiserlichen Gegenpapst - aber auch die städtischen Autoritäten waren auf Victors Seite und ein großer Teil des norditalienischen Episkopats. Dennoch ratifizierte Papst Alexander III die Privilegien der Templer und er hatte auch Kammerherrn, die dem Orden angehörten: Bernardo und Francone, die in wichtige Finanztransaktionen einbezogen wurden. Auch 1178 unterstützte Alexander III den Orden in einem Streit mit einigen Bischöfen über die Almosenzahlungen. Päpstliche Urkunden geben keine Hinweise auf Mißstimmungen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Orden.

Provinzmeister (nach Bellomo)

Da oft merhere Ämter in Personalunion verwaltet wurden und der geographische Bereich der Amtsgewalt in den Quellen of schwer fassbar ist, können einige der hier unter Provinzmeister aufgelisteten Personen nur Unter-Provinzmeister gewesen sein; und umgekehrt!

~1167 Bonifacio (Italien/Lombardei)
~1179 Roboaldo di Moncalvo
~1190 Alberico ~1191 Fr. Gaimardo
~1203 Aimerico de Saliis
~1205 Aimerico
~1222 Giovanni Lombardo (Italien und Lombardei)
~1227 Guglielmo da Melzo (Italien und Lombardei - wahrscheinlich Vakanz des Sitzes Lombardei)
~1231 Fr. Gerardo
~1239-1242 Enrico Teutonico
~1244 Goffredo Lupi di Soragna
~1245 Giacomo de Boscho
~1254- 1256 Dalmazio de Fenolar
~1259-1260 Pietro Fernandi
~1266 Ermanno di Osimo
~1268-1271 Enrico da Treviso
~1281 Bianco da Pigazzano (Italien und Lombardei)
~1300 Uguccione da Vercelli
~1303 Giacomo da Montecucco (Lombardei, Toskana, Rom und Sardinien)

Unter-Provinzmeister (nach Bellomo)

~1167 Bonifacio (Italien/Lombardei)
~1190 Fr. Gaimardo (Marken und Lombardei)
1200-1204 Barozio
~1218 Giovanni Lombardo (Rom, Toskana und Sardinien)
~1236 Alberto Lombardo (Rom, Toskana und Sardinien)
~1247 Fr. Ermanno (Campanien und Marken) / Giacomo de Balma (Prokurator d. Lombardei)
~1254 Guglielmo da Bubbio (Lombardei) / Gabriele Gambulara (Marken)
~1261 Guglielmo da Bubbio (Lombardei und Toskana)
~ 1267 Bianco da Pigazzano (Lombardei)
vor 1271 Oberto di Calamandrana (Lombardei)
~1271 Bianco da Pigazzano (Lombardei)
~1285 Guilluame de Noves (Lombardei und Toskana)
~1290 Artusio de Pocapalea
~1292-1296 Guglielmo di Canellis
~1303 Giacomo da Montecucco (Lombardei und Toskana)

Ordenshäuser (pdf-Liste) s. auch: Albenga, Asti, Bergamo, Casale di Monferrato, Cremona, Chieri, Fiorenzuola d'Arda, Genua, Gorra, Ivrea, Livorno-Ferraris, Mailand, Mondoví, Murello, Osiglia, Pavia, Piacenza, Ruspaglia, Tortona, Turin, Vercelli

Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
  • Inventar der Templerniederlassungen 1308: Edition: Loiseleur, ;.:La doctrine secrète des Templiers , Paris, 1872, p. 172-212.
  • Ladurner, P. Justinian: Gab es je Tempelritter und Ansitze derselben in Tirol, In: Archiv für Geschichte und Alterthumskunde Tirols, III. Jahrgang; Innsbruck 1866 S. 311 - 3
  • Valentini, Enzo: Insediamenti templari lungo la Francigena laziale, in: Pavalon. Atti 2o convegno nazionale. Terra d'Otranto: Templari fra Occidente e Terra Santa, hrg. von Giodano, Giuseppe und Guzzo, Cristian, Manduria 2002, 41-56

 

Italien-Süd (Apulien und Sizilien)

Sehr früh etablierten sich die Templer in Süditalien, zum Beispiel in Trani, wo ihnen eine Kirche und ein Hospital gehörte. Der Hauptsitz für die Unterprovinz Apulien lag in Barletta, wo die Maria-Magdalena-Komturei als Zwischenstopp für den Transfer von Gütern und Pilgern ins Heilige Land diente. Nach der Sizilianischen Vesper wurde die Unterprovinz Sizilien von Apulien getrennt. Beides bildeten nun selbständige Ordensprovinzen, Sizilien mit dem Zentrum Messina und Apulien mit dem Zentrum Barletta.

Der Übergang von der normannischen zur staufischen Herrschaft bedeutete zunächst keine Einbußen an Zuwendungen für den Orden. Heinrich VI. sorgte 1197 dafür, dass den Templern einige Besitzungen zurückerstattet wurden, und auch Friedrich II. bestätigte in den ersten Herrschaftsjahren Besitz- und Privilegien. Die Beziehungen zwischen den Templern und Friedrich II. in den kaiserlichen Landesteilen Süditaliens waren nicht immer so schlecht. Aber ab 1220 favorisierte Friedrich II. (ab 1220 römisch-deutscher Kaiser) den Deutschen Orden, während die Templer kaum mehr Schenkungen und Privilegien erhielten. Mit der Inthronisation Papst Gregors IX., einem Feind des Staufers Friedrich, wandelten sich die Beziehungen in Feindschaft. Dennoch bestätigte Friedrich noch 1229 den Templern alle bis dato erlangten Besitzungen in seinem Gebiet. 1249 konfiszierte Friedrich die Templerbesitzungen in Apulien und benutzte sie zum Teil, um seine Getreuen für ihren Beistand zu entlohnen.

1264 erbat Papst Urban IV. die Hilfe der Templer gegen Manfred, Sohn Friedrichs II. Aber der Provinzmeister des Ordens, Albert de Canellis, war einer der Vertrauten Manfreds und so verweigerten die Templer dem Papst ihre Hilfe. Nach dem Tod Manfreds waren die Beziehungen zwischen Orden und Papst in Sizilien und Apulien aufs neue exzellent. Ebenso die Beziehungen mit dem Nachfolger der Staufer in Süditalien: Charles I. von Anjou. Er ernannte zum Beispiel Etienne de Suisy, den Provinzmeister von Sizilien, zu seinem Repräsentanten bei der Weihe des Erzbischofs von Akkon, ein Templer übersah den Burgenbau in den Abruzzen, und 1271 war ein gewisser Bruder Martinus königlicher Almosenier. Der Templer Pietro MAnso fungierte als Botschafter des Königs und half ihm, die Ansprüche auf den Thron von Jerusalem durchzusetzen. Charles I. nutzte die Kapazitäten des Ordens für seine Transporte ins Heilige Land und gewährte den Ordensbrüdern zahlreiche Privilegien. Zum Beispiel befreite er Schiffe des Ordens von der Hafensteuer. Somit konnten zum Beispiel Lebensmittel billig ins Heilige Land transportiert werden. Auch die Krone von Aragon, zu der Sizilien nach der Sizilianischen Vesper gehörte, zeugten sich dem Orden gegenüber generös. König Jayme II., König von Sizilien seit 1285, bemühte sich sogar persönlich um die Freilassung im Orient in Gefangenschaft geratener Templer.

Die enge Bindung an die Herrscher bedeutete jedoch auch, dass die Templer ihren Souverän im Kampf gegen den jeweiligen Gegner unterstützen sollten, zumindest durch Zahlen einer Sondersteuer, wie 1284 von Charles I. beschlossen wurde. Die Quellen geben keine Hinweise darauf, dass Templer personell in den Konflikt Aragon-Anjou eingegriffen hätten. Wahrscheinlich wählten sie also die Zahlung eines Geldbeitrages. Gegen den byzantinischen Kaiser Andronikus im Jahre 1302 unterstützten der Orden die Anjou allerdings auch mit Kämpfern. Die Templerflottille unter dem Kommando des berühmt-berüchtigten Roger de Flor zeichnete sich aus. Nach diesem Einsatz erfreuten sich die Templer der vollen Unterstützung von Charles II., Nachfolger seines Vaters in den süditalienischen Ländereien der Anjou. Charles II. war auch noch 1306 auf ihrer Seite, ein Jahr vor dem Prozess. Einigermaßen zufriedenstellend waren auch die Beziehungen zum lokalen Klerus: noch 1305 ermutigte der Erzbischof von Messina seine Gemeinde, Donationen für die Restaurierung der Kirche der lokalen Templer-Komturei zu machen. Dennoch sind auch Streitigkeiten und Missbräuche des Ordens überliefert: 1294 musste Charles II. auf Bitten der Einwohner von Barletta einschreiten, um die Sitte der ansässigen Ritterorden (Templer, Johanniter, Deutscher Orden), zu beenden, die sich gegenseitig den Viehbestand stahlen und nur gegen Lösegeld wieder freigaben!

Die Templer verfügten über ausgedehnten Landbesitz, doch waren darunter auch Sümpfe und andere nicht kultivierte Areale. Besonders wichtig wurden Ordenshäuser in den Hafenstädten (Messina und Barletta), in denen Pilger und Händler auf dem Weg in den Orient Station machten. Die Templer handelten sogar mit "all inclusive"-Pakten, bei denen die Reisenden den Transport auf Templerschiffen und die Übernachtung in sicheren Ordenshäusern buchen konnten! Entsprechende finanzielle Einbußen brachten die sukzessiven Landverluste im Orient und der Rückgang des Pilgerverkehrs nach den muslimischen Eroberungen. Selbst nach dem Fall von Akkon hatten die Templer noch neue Güter in Süditalien erhalten. Neben dem Pilgerverkehr waren Land- und Weidewirtschaft sowie die Salinen (Salz war die einzige Möglichkeit, Fleisch für den Transport in den Orient haltbar zu machen) eine bedeutende Einnahmequelle.

Der letzte Provinzmeister des südlichen Italien, Odo de Valdric, blieb bis Ende 1308 in Apulien und zog sich dann nach Zypern zurück, um der Verhaftung zu entgehen. Dort testierte er 1310 vor der päpstlichen Kommission. Die Templergüter wurden 1312 den Johannitern überschrieben, zum Verdruß König Roberts, der die Übergabe bis 1327, bzw. 1334 hinauszögerte. Zum Teil mussten die Johanniter Prozesse führen, um an ihren Besitz zu gelangen.

Meister der Unterprovinz "Apulien und Terra di Lavoro/Kalabrien" (nach C. Guzzo):

~1184 Guglielmo de la Fossa
~1195 Goffredo di Stefano
~1208 Nicola di Collalto
~1213 Pierre d'Ays
~1254 Dalmazio di Fenolar (auch Meister der Ordensprovinz Norditalien)
~1255 Giacomo da Torricella

Meister der Unterprovinz "Sizilien" (nach C. Guzzo):

~1151 Geoffroy de Champiny
~1197 Hugues de Rochefort
~ 1209 Guillaume d'Orleans (gleichzeitig Komtur von Messina)
~1229 Hermand de Perigord (gleichzeitig Meister in Kalabrien)
~1255 Bonifazio di San Michele (gleichzeitig Meister in Kalabrien)

Meister der Provinz "Sizilien" (nach C. Guzzo):

~1283 Martino Gabillone
1284-1287 Guglielmo da Canelli
~1304 Gerardo de Finoleriis
~1304-1307 Albert da Canelli

Provinzmeister für ganz Italien/Süd (Apulien + Sizilien, nach C. Guzzo):

~1196 Guillaume de St. Paul
1262-1266 Albert da Canelli
~1270-1272 Stephan de Sissy
1272-1273 Guillaume de Beaujeu
1275-1277 Simon de la Tour
~1277 Robert
1277-1279 Pierre le Greffier
~1279 Falcone
~1284 Pietro de Ocra
~1287 Gioberto de Nicherio
~1290-1292 Ugo de Monterotondo
1292-1302 Rainaldo de Varena
~1302 Pierre-Geoffroi de Pierrevert
~1303-1307 Simone de Quincy
~1308 Odo de Valdric

Ordenshäuser im Süden Italiens

Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
  • Bramato, Fulvio: L'Ordine Templare nel Regno di Sicilia nell'età svevo-angioina, in: I Templari. Mito e Storia. Atti del Convegno internazionale die Studi alla Magione Templare di Poggibonsi-Siena, ed.: Minucci, G., Sardi, F. Siena 1989, 107-141.
  • Bramato, Fulvio: Storia dell'Ordine Templari in Italia. Le fondazioni, Rom 1991.
  • Capone, Bianca: Vestigia Templari in Italia, Rom 1979.
  • Guzzo, C.: Milites Templi Hierosolimitani in Regno Siciliae : vecchi documenti, nuove acquisizioni, in: Bagnarini, N.: I Templari nell'Italia centro-meridionale, Viterbo 2008, S. 57-132.

 

Ivrea (Komturei, Italien)

Die erste erhaltene Nachricht über eine Niederlassung des Ordens in Ivrea stammt aus dem Jahr 1179. Die von einigen Forschern aufgestellte Behauptung, die zugehörige Kirche sei den Templern bereits 1130 übereignet worden, ist nicht belegbar. Das Ordenshaus verfügte über Landbesitz in der Umgebung der Stadt, zum Beispiel einen Weinberg und einen Wald nahe Pivone, und weiteren Besitz nahe Burolo.

Trotz der Beschlagnahmung der Güter während des Prozesses und der eigentlich befohlenen Festsetzung der Ordensbrüder erfreute sich zumindest der amtierende Komtur Guglielmo Rubeo offenbar größerer Bewegungsfreiheit. Auch sein Ruf hatte scheinbar nicht gelitten, denn er taucht 1311 als Zeuge in Urkunden und bei Investituren des Ortsbischofs auf. Auch in Ivrea genossen die Templer die Unterstützung der weltlichen und kirchlichen Autoritäten, wie in vielen anderen nordwestitalienischen Städten. Selbst der flüchtige Provinzmeister Giacomo da Montecucco konnte sich in Ivrea und Umgebung aufhalten bis zum Ende des Prozesses, und danach möglicherweise sogar seine kirchliche Karriere mit der Investitur der Gemeinde von San Cassiano in San Sebastiano Monferrato fortsetzen. Die Güter der Templer in Ivrea gelangten ebenfalls an die Johanniter.

Die Kirche der Komturei stand unter dem Titel des Hl. Nazarius und war vermutlich älter als das Ordenshaus. Sie befand sich jenseits der Porta Vercelli vor der Stadt und wurde 1704 während der französischen Belagerung der Stadt abgerissen.

Komture (nach Bellomo):

~1268 - 1271 Manfredo

~1295 Guglielmo Rubeo (di Alessandria)


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Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
Bellomo, Elena: The Templar Order in North-West Italy, 2007, S. 280ff.

 

Ivry-le-Temple (Komturei, Frankreich)

Die Niederlassung im normannischen Département Oise unterstand bis spätestens Mitte des 13. Jh.s dem Ordenshaus von Paris. Erstmalig erwähnt wird sie in einer Schenkungsurkunde von 1210. Ihren im Laufe der kommenden Jahrzehnte angesammelten Besitz an Land und Rechten verdanken die Templer von Ivry vor allem der Wohltätigkeit der Familie Treigny. Auch später, als die Domäne an die Johanniter übergangen war, unterstützen dei Treignys sie weiterhin. Am Ende der Templerzeit gehörten etwa 250 ha Land zu dieser Niederlassung, wovon ein Großteil neu gerodetes Gebiet war. Aber auch ein Weinberg in Frocourt gehörte seit Mitte des 13. Jh.s dazu.

Die Niederlassung besaß ab 1266 (Weihe durch den Erzbischof von Rouen) eine eigene Kapelle, geweiht 'Unserer Lieben Frau vom Tempel', eine Scheune und eine Mühle, wie aus Urkunden hervorgeht. Die Kapelle wurde in der 2. Hälfte des 18. Jh.s, noch vor der Revolution, abgerissen. Erhalten ist von der Komturei heute noch der kreuzrippengewölbte Weinkeller und ein Teil des Mauerwerks der großen ursprünglich dreischiffigen Scheune.

Komture:

um 1307: Jean Leduc, Servient


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Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
Miguet, M.: Templiers et Hospitaliers en Normandie, 1995, S. 370-385.