La Cavalerie (Komturei, Frankreich)

Kurz vor 1154 gelangten die Templer in den Besitz des Grundes und begannen mit dem Bau der Kirche, die 1180 erstmalig erwähnt wird, und einer Niederlassung ausserhalb der bereits existierenden dörflichen Ansiedlung in 1 km Entfernung. Von den ursprünglichen Gebäuden der Komturei aus Templerzeit existiert heute nichts mehr. Es handelte sich vermutlich um ein relativ einfaches Gebäude, denn noch in einer Urkunde von 1315 ist lediglich die Rede von einem 'Haus'.

Die heute sichtbaren Befestigungsanlagen stammen aus der Johanniterzeit, dem 15. Jahrhundert. Die Kirche stammt wurde zwischen 1760 und 1761 errichtet und ersetzte den früheren romanischen Bau, von dem nur noch ein kleiner Mauerrest sichtbar ist.


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Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
Miquel, Jacques: Cites templieres du Larzac, 1989.

 

La Chaux (Komturei, Schweiz)

La Chaux (Cossonay), heute eine kleine Stadt, befindet sich links des Veyron, zwischen Cuarnens und Cossonay. Das Stadtwappen zeigt noch heute das rote Templer - und das weiße Johanniterkreuz und erinnert so an die Vergangenheit des Ortes.

Modernes Stadtwappen von La Chaux

Gestiftet wurde die Komturei, die sich zum Hauptort einer Region entwickelte, von der Adelsfamilie Cossonay, vermutlich von Humbert I. de Cossonay um 1160. 1223 ist im Cartular des Klosters Romainmôtier jedenfalls bereits von einer curia Templariorum am Ort die Rede. Diese erfreute sich offenbar bereits eines gewissen Prestiges, denn hier findet eine Transaktion zwischen dem Konvent von Romainmôtier und den Rittern Humbert und Guillaume de Disy statt. Humbert I., der vermutliche Stifter, pflegte sehr enge Beziehungen zum Heiligen Stuhl und leistete schließlich Papst Lucius II. den Lehenseid, um den ausgreifenden Machtansprüchen der Zähringer zu begegnen. Die Konsolidierung des Herrschaftsgebietes und seine Absicherung durch die Ansiedelung religiöser Gemeinschaften (mit ihren unter besonderem Schutz stehenden Rechten) könnte ein Grund für die Schenkung von La Chaux an die Templer gewesen sein. Die Jurisdiktion über das Dorf La Chaux behielten sich der/die Schenker allerdings vor.

La Chaux gehörte zur Unterprovinz Burgund. Abhängige Häuser waren Sainte-Marie-Madeleine de Maconnex, urkundlich belegt seit 1181, und im 13. Jh. mit einem eigenen Komtur versehen; Benex, selbst Sitz eines eigenen Komturs und mit umfangreichen Gütern und Rechten ausgestattet; Saint-Denis d'Entremont, ebenfalls mit einem eigenen Komtur im 13. Jh.. Zugehörig war auch ein Hospital unter dem Titel Saint-Thibaud, in der Nähe von Chavornay, welches 1228 erstmalig Erwähnung findet. Besonders ertragreich scheint La Chaux allerdings nicht gewesen zu sein: 1277 wird Land an die Franziskaner verkauft, um Schulden begleichen zu können. Zur Niederlassung gehörte offenbar ein Hospital, denn noch zu Zeiten der Zugehörigkeit an die Templer ist von den hospitalarii de La Chauz die Rede.

Nach der Aufhebung des Templerordens 1312 gelangte auch die Niederlassung von La Chaux mit allen ihren Dependancen und Besitztümern an die Johanniter, die sie weiter ausbauten und bis ins 16. Jh. verwalteten. Das heute noch stehende befestigte Herrenhaus mit seiner spätgotischen Fassade stammt bereits aus Johanniterzeit. 1947 wurde das Gebäude restauriert.

Komture von La Chaux

~ 1277 Pierre de Besancon

 
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Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
  • Berger, Ric: La Commanderie de La Chaux, in: Feuille d'Avis de Lausanne du 25. Juillet 1960.
  • Ganter, Edmond: La Commanderie de La Chaux en pays de Vaud (Suisse), 1976?
  • Santschi, Catherine: La Chaux, in: Helvetia Sacra Bd. IV / 7, Die Johanniter, die Templer, der Deutsche Orden, die Lazariter und Lazariterinnen, die Pauliner und die Serviten in der Schweiz, Basel 2006 : S. 546-550.

 

La Couvertoirade

Das Dorf im Larzac findet seit der Mitte des 11. Jahrhunderts Erwähnung, eine Niederlassung der Templer entstand hier im Anschluß an die bereits zuvor gegründeten Häuser in La Cavalerie und Sainte Eulalie, vielleicht um 1200. Um 1249 wurden der Donjon und eine Ummauerung errichtet.

(Bildquelle/Copyright: Miquel, Cites templieres du Larzac, 1989) Donjon von La Couvertoirade, Zinnen und Maschikulis aus dem 15. Jh. (Bildquelle/Copyright: Bernard Dupont/Wikimedia Commons)

Die Ordensbrüder benutzten für ihre Gottesdienste eine Kapelle innerhalb des Donjons, während die Dorfkirche Saint Christol weiterhin von der Bevölkerung benutzt wurde. Die sich gegenüber dem Eingang zur Burg befindende Kirche wurde wahrscheinlich erst im 14. Jahrhundert von den Johannitern errichtet. Die heute sichtbare Stadtbefestigung von La Couvertoirade, in die die alte Templerburg integriert wurde, stammt aus der Johanniterzeit und wurde ab 1439 erbaut. Auch die erhaltenen alten Häuser an der Hauptstrasse stammen erst aus dem 15. bis 17. Jahrhundert.


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Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
Miquel, Jacques: Cites templieres du Larzac, 1989.

 

Laon (Komturei, Frankreich)

Bereits 1128 vermachte der Bischof von Vir, einer der auf dem Konzil von Troyes anwesenden Prälaten, dem Orden ein Haus in der Stadt. 1134 wurde die oktogonale Kapelle errichtet. Dependancen und Güter der Komturei von Laon waren Piusieux, Royaucourt, Cerny-En-Laonnois, Braye-en-Laonnais, Pontavert, Thomy und Catillon-du-Temple.

Templerkirche Laon Templerkirche Laon

Die Templerkirche von Laon um 1920 (Bildquelle/Copyright: Diaarchiv KGS Universität Hamburg)

 

Latrun (Burg, Israel)

Die zwischen Jaffa und Jerusalem gelegene Burg taucht um 1170 erstmalig in den Quellen auf. Sie wurde im Zuge der Feldzüge Saladins zerstört, gelangte nach der Rückgewinnung Jerusalems durch Friedrich II. wieder in den Besitz des Ordens, wurde aber offenbar nicht mehr aufgebaut.

Heute noch verhandene Ruinen zeigen einen quadratischen Bergfried, eine kreuzgratgewölbte Halle und weitere gewölbte Gebäudeteile innerhalb der ummauerten Kernburg. Die Kapelle befand sich vermutlich im Obergeschoss einer dieser Hallen. Um die Kernburg schloss sich eine Ringmauer mit mindestens zwei Türmen. Heute befindet sich an dem Ort übrigens eine moderne christliche Kommunität.

Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
Biller, T.: Templerburgen, Darmstadt 2014, S. 78f.

 

Le Destroit (=Quarta, Burg, Israel)

Die Burganlage befand sich etwa 12 km südlich von Haifa und in Sichtweite der (später errichteten) Burg Château de Pelerin, an der Straße von Haifa nach Caesareia und Jerusalem. Grund ihrer Errichtung war die Sicherung eines Engpasses, in dem immer wieder Pilger Angriffen zum Opfer fielen. Das Datum der Grundsteinlegung ist nicht bekannt. In den ersten Jahren des 12. Jahrhunderts wurde sie jedenfalls dem Templerorden übereignet, schon 1220 - nach der Fertigstellung des Château de Pelerin - aber wieder aufgegeben und geschleift.

Die Anlage bestand aus einem wohl zweigeschössigen Wehrturm mit Seitenlänge von ca. 15 x 11 Metern. Die Mauerstärke betrug 2,4 m. Zwei Zisternen und ein Leitungssystem für Regenwasser dienten der Wasserversorgung. Zur Burg gehörten weitere, zum Teil in den umliegenden Felsen gehauene, Gebäude. Die Besatzungsstärke lag vermutlich bei 15 bis 20 Mann plus Pferde.

(Bildquelle/Copyright: www.voyager-channel.org)

Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
Kessler, H. W., Kessler, K.: Ritter im Heiligen Land. Kreuzfahrerstätten in Israel, Mainz, 2013

 

Lietzen (Komturei, Deutschland)

Lietzen (in ma. Urkunden auch Lesnida, Leznitze, Liceniz, Lyzne) ist heute eine Gemeinde im Südosten des Landkreises Märkisch-Oderland im Bundesland Brandenburg. Die Templerniederlassung befand sich allerdings nicht im heutigen Ortskern, sondern im weiter nordwestlich gelegenen Lietzen Nord.

Die Gründung der Komturei erfolgte im Zusammenhang mit den Bemühungen der schlesischen Herzöge Heinrich I. und Heinrich II. um die Erweiterung des herzöglichen Einflussbereiches und die Ausdehnung und Sicherung der Grenzen des Landes Lebus links der Oder, die auch die Zisterzienser und Augustiner-Eremiten einbezog. Spätestens 1229 erhielten auch die Templer 250 Hufen im Lebus-Gebiet. Eine Stiftungsurkunde der Niederlassung ist leider nicht überliefert. Im Jahre 1229 jedenfalls überließ Bischof Laurentius von Lebus den Templern den Zehnt innerhalb des Schenkungsgebietes. Als Verwaltungszentrum wurde in Lietzen ein Tempelhof eingerichtet. Siedler zur Bewirtschaftung des Landes wurden in den deutschen Gebieten jenseits der Grenze angeworben.Die Zusammenarbeit zwischen Templern und lokalem Weltklerus war eng. Im Jahr 1244 bestätigte Bischof Heinrich I. von Lebus nicht nur den Zins der 250 Hufen sondern fügte den Zehnten von 50 Hufen für Lietzen hinzu. Die Templer stifteten ihrerseits ein neues Kanonikat für das Lebuser Domkapitel, dessen Inhaber aus Ordenseinkünften unterhalten wurde. Bei einer Vakanz des Kapitelssitzes hatte der Provinzmeister der Templer von Deutschland und Slavien Präsentationsrecht. Dadurch unterstanden dem Templerorden die Seelsorge über die zuvor genanten Orte und die der Kapelle Lietzen.Alle Güter und Rechte des Templerordens in der Mark Brandenburg, aber auch in
Pommern wurden am 18.01.1247 durch Papst Innozenz IV. bestätigt. Die Urkunde erwähnt die zur Kommende Lietzen gehörenden Güter Heinersdorf, Tempelberg, Marxdorf, Neuentempel und Colaz.

(Quelle: Leisering, Mark Brandenburg)

Ein durch den Bischof Konrad von Meißen vermittelter Vergleich zwischen den Templern und dem Erzbischof Rudolpf von Magdeburg ist für den 03.05.1253 belegt. Darin geht es um die Güter des Templerordens im Landgebiet Lebus diesseits der Oder und somit wahrscheinlich auch um die Kontrolle des Weges nach Preußen.

In der Kommenden Lietzen fanden auch bedeutende Kapitel des Templerordens statt. So unter anderem am 21.04.1303, unter der Anwesenheit des Präzeptor von Alemannien und Slawien Friedrich von Alvensleben. Von diesem Kapitel existiert eine Urkunde (heute im Staatsarchiv Stettin). Darin werden zum erstenmal verschiedene Dörfer des Landes Bahn erwähnt und die Schulzen dieser Dörfer sowie verschiedene Vasallennamen.

Der Tempelhof in Lietzen mit seiner Komtureikirche, der Anlage auf einer landschaftlich günstigen; erhöhten und zusätzlich mit einem Teich gesicherten Stelle; abseits des gleichnamigen Dorfes, nimmt ein Gelände von rund 400 m Länge und 300 m Breite auf rechteckigem Grundriss ein. Ein Plan aus dem 18. Jhd. zeigt eine aus zwei Höfen bestehende Anlage - in wie weit sich dies bis in die Templerzeit zurück verfolgen lässt, muss mangels gesicherter Daten aber offen bleiben. Bereits 1232 sollen die Templer zumindest einen ummauerten Hof errichtet haben, von der sich heute noch an bestimmten Stellen Originalmauerreste finden lassen. Aus dieser Zeit stammt auch der Kern der Komtureikirche, von der das Feldsteinmauerwerk noch erhalten geblieben ist. Sie wurde in den 40er Jahren des 13. Jahrhunderts in einem für die neuen Siedlungsgebiete typischen Stil errichtet und findet 1244 erstmalig Erwähnung. Ursprünglich war das Langhaus mit einer flachen Holzdecke versehen, wohl ähnlich der Kirchen in Rörchen und Königsberg. Die Fensteröffnungen besaßen romanische Rundbögen, das Portal an der Südwand wies jedoch einen gotischen Spitzbogen auf. Unter den Johannitern, noch vor 1500, wurde die Kirche mit Backsteinen und Strebepfeilern nach Osten hin erweitert, sowie der Chor erneuert und ein Westfenster eingesetzt. Der kleine Glockenturm stammt aus dem Jahr 1727. Schumann sieht in der Kirchenanlage Bezüge zum biblischen Salomonischen Tempel.

Das heute am Ort zu sehende Herrenhaus stammt erst aus dem 16. Jahrhundert. Mauer- und Fenstergewändereste lassen jedoch feststellen, dass es sich bereits zu Templerzeit um ein zweistöckiges Gebäude handelte, wobei im Erdgeschoss vermutlich das Refektorium, im niedrigen Dachgeschoss das Dormitorium untergebracht war. Im Hofbereich ist auch ein mehrgeschossiger Speicher erhalten geblieben, der dem 13. oder 14. Jahrhundert zugerechnet wird, ein rechteckiger Feldsteinbau mit Satteldach und spitzbogigen Zwillingsfenstern in den Giebeln.

Lietzener Kirche mit dem Feldsteinkern westlich aus Templerzeit (Bildquelel/Copyright: Lutz Maertens, Wikimedia Commons)

Speicher (Bildquelle/Copyright: Norbert Radtke, Wikimedia commons)

 

Siegel der Komturei Lietzen (Quelle: Heimann, Brandenburgisches Klosterbuch)


Komture von Lietzen (nach Schüpferling / Riedel):

Um 1253: Heinrich (?)
Um 1262: Gerkin ("provisor")
Um 1288 bis um 1291: Jordan von Esbek (gleichzeitig Vize-Provinzmeister des Ordens für Norddeutschland)

 


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Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
  • Alvensleben, Reimar von: Friedrich von Alvensleben: letzter Präzeptor von Slawien und Alemannien, 1. Auflage, Erfurt 2008.
  • Breitsprecher, Albert: Die Komturei Rörchen - Wildenbruch/ Geschichte des Landes Bahnn und Wildenbruch, Verlag Leon Sauniers 1940.
  • Feustel, Jan: Mit dem Kreuz auf der Rüstung. Ordensritter in Brandenburg, Berlin 2005.
  • Lehmann, Gunther & Patzner, Christian: Die Templer im Osten Deutschlands, Erfurt 2005, S. 33
  • Leisering, Peter: Die Mark Brandenburg, Zeitschrift für die Mark und das Land Brandenburg - Lucie Großer Edition im Marika Großer Verlag, Heft 16.
  • Heinemann, Otto: Pommersches Urkundenbuch, Teil 06, Stettin 1907.
  • Heimann, Heinz- Dieter: Brandenburgisches Klosterbuch, Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts / Herausgegeben von Heimann, Neitmann, Schich - Berlin 2007, S. 805-817. (mit ausführlichen Archivalienangaben!)
  • Heutger, Nicolaus: Die Templer in Niedersachsen, in "Die Ritterorden Im Mittelalter", Greifswald 1996.
  • Hormay, Joseph von: Bruchstücke zur Geschichte des Templerordens, zumal in Oesterreich, in "Archiv für Geographie, Historie, Staats- und Kriegskunst", 13. Jahrgang, Wien 1822.
  • Lüpke, Helmut: Urkunden und Regesten zur Geschichte des Templerordens im Bereich des Bistums Cammin und der Kirchenprovinz Gnesen, neu bearb. v. W. Irgang, Köln-Wien 1987
  • Prümers Rodgero: Pommersche Urkundenbuch 1, 1877, Nachdruck 1970, S. 535 Nummer 455.
  • Riedel, Adolph Friedrich (Hrsg.): Geschichte der geistlichen Stiftungen, der adligen Familie, so wie der Städte und Burger der Mark Brandenburg = "Codes diplomaticus Brandenburgensis - Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Geschichtsquellen für die Geschichte der Mark Brandenburg und ihrer Regenten" Berlin I. Hauptteil 20. Band 1861.
  • Schumann, D.: Die mittelalterlichen Ordensbauten der ehemaligen Templerkommenden in Lietzen und Quartschen (Chwarszcany). Konzepte sakraler Architekturgestaltung im späten 13. Jahrhundert, in: Gahlbeck, Chr., Heimann, H.-D., Schumann, D. (Hrsg.): Regionalität und Transfergeschichte. Ritterordenskommenden der Templer und Johanniter im nord­östlichen Deutschland und in Polen, 2014, S. 412-441.
  • Schüpferling, Michael: Der Tempelherren-Orden in Deutschland, Bamberg 1915.


Livorno-Ferraris (Komturei, Italien)

Templerbesitz ist hier erstmalig im Jahr 1208 erwähnt; 1222 taucht das Ordenshaus mit der Kirche unter dem Marientitel zum ersten Mal auf. Zu diesem Zeitpunkt unterstand es gemeinsam mit den Häusern von Vercelli, Novara und Ivrea Giacomo de Mellacio. In der zweiten Hälfte des 13. Jh.s hatte es ein eigenes Oberhaupt. Nach dem Prozess gelangten Komturei und Kirche an die Johanniter.

Die ursprüngliche Templerkirche existiert noch und ist eines der besten erhaltenen Beispiele der Ordensarchitektur Mitte des 12. Jhs.

Komture (nach Bellomo):

~1268 Gerardo

~1271 Giovanni


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Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
Bellomo, Elena: The Templar Order in North-West Italy, 2007, S. 311ff.

 

Lombardei (Provinz)

s. Italien-Zentrum/Nord

 

London (Komturei, England)

Das älteste Ordenshaus in London errichteten die Templer im Stadtteil Holborn. Es bestand aus einem Konventstrakt und einer Rundkirche. Zwischen 1155 und 1162 wurde dieser Besitz an den Bischof von London verkauft und ein neuer Grund am Nordufer der Themse erworben. Bis die neue Kirche fertig gestellt war, diente der Templerniederlassung vielleicht die St-Clemens-Kirche als Gotteshaus. Die Kirche des "New Temple", ebenfalls ein Zentralbau und geweiht der Jungfrau Maria, wurde 1185 durch den Patriarchen von Jerusalem geweiht, wie eine früher in der Mauer der Rundkirche befindliche Inschrift berichtet. Bei diesem Anlaß wurde den Besuchern der Kirche auch eine Indulgenz von 60 Tagen gewährt. Vorbild für den Rundbau war war in zweiter Instanz die Grabeskirche von Jerusalem - als direktes Vorbild ist jedoch die Heilig-Grab-Kirche von Cambridge zu nennen. Im Inneren der Kiche ist der Übergang vom normannischen zum frühgotisch-englischen Stil gut zu erkennen, trotz der im 19. und 20. Jahrhundert vorgenommenen umfangreichen Restaurierungen, bzw. Neugestaltungen. Am Westportal waren früher die historischen Persönlichkeiten skulptiert, die in Verbindung mit der Weihezeremonie 1185 standen: der englische König, die Königin, der Patriarch Heraklius und einige Templer. Leider wurden die Skulpturen in späterer Zeit stark zerstört. Die Grabmäler im Inneren der Kirche gehören nicht Templern, sondern Wohltätern und Assoziierten des Ordens, unter ihnen William Marshal. Grabstätten von Ordensmitgliedern lagen ungekennzeichnet unter dem Kirchenboden, wie bei Restaurierungsarbeiten im 19. Jh. entdeckt wurde. Die um einen langgestreckten Chor erweiterte Kirche wurde 1240 geweiht.

Zu den Konventsgebäuden gehörten zwei Refektorien und ein Kreuzgang. Am Südufer der Themse befand sich ein Übungsgelände für die Ritter. Nach dem Ende des Templerordens fielen die Besitzungen (vermutlich erst mit einiger Verspätung, um 1340) an die Johanniter, die jedoch bereits ein eigenes Ordenshaus in Clerkenwell unterhielten. Daher vermieteten sie 1347 sämtliche Gebäude mit Ausnahme der Kirche an ein Anwaltskollegium, die dort ihre Ausbildungsstätte installierten. - Noch heute ist das Temple-Viertel in London das Anwaltsviertel! Die ehemaligen Konventsgebäude wurden bei einem Stadtbrand von 1678 fast vollständig zerstört. Die Kirche wurde 1841 renoviert, fiel aber 1941 zu großen Teilen einem deutschen Luftangriff zum Opfer, der erneut umfassende Restaurationsarbeiten notwendig machte.

Die Templerniederlassung in London stand im politischen Brennpunkt und wurde vom Königshaus selbst mit zahlreichen Privilegien bedacht. 1215 unterzeichnete König John hier die berühmte Magna Charta.

Templer-Rotunde mit Dachkonstruktion des 17. Jhs. Foto in der Ausstellung der Rotunde.

Rotunde ohne Kuppeldach, 18. Jhs., Foto in der Ausstellung der Rotunde

Cambridge, Heilig-Grab-Kirche, das vermutliche Vorbild der Templerkirche

London, Temple-Church um 1900 (Bildquelle/Copyright: Diaarchiv KGS Universität Hamburg)

London, Temple-Church, Chor des 13. Jh.s (Bildquelle/Copyright: J. Napp)

London, Temple-Church, Rundbau im Restaurationszustand nach 1950 (Bildquelle/Copyright:J. Napp)

Oben u. Re.: London, Temple-Church, Westportal und Portalfiguren (Bildquelle/Copyright:: J. Napp)

Templerkirche London

Gewölbe der Rotunde (Bildquelle/Copyright:J. Napp)

London Templerkirche

Blick ins Langhaus mit Bestuhlung des 20. Jhs. (Bildquelle/Copyright:J. Napp)

 

Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
  • siehe auch: England allgemein und Architektur
  • Addison, Ch.: The history of the knights Templars, the Temple church and the Temple, London 1842. Online
  • Park, D.: The Temple Church in London. History, Architecture, Art, 2010
  • Worley, G.: The church of the Knights templars in London, a description of the fabric and its contents, with a short history of the order, London 1907. Online

 

Luckow (Komturei ?, Polen)

Luckow befindet sich in der heutigen polnischen Wojwodschaft Lublin.

Erwähnung findet der Ort erstmalig in einem päpstlichen Schreiben von 1257. In ihm erklärt Papst Alexander IV. Erzbischof Fulko von Gnesen und Bischof Johann von Krakau, dem Gesuch des Herzogs Boleslaw von Krakau und Sandomir und seiner Schwester, der Nonne Salomean, Witwe des Königs von Galizien, stattzugeben und die Burg Lukow an der Grenze der Litauer, die er dem Templerorden eingeräumt hatte, zum Sitz eines Bistums zu erheben. Dieser neue Bischofssitz solle mit dem Franziskaner Bartholomäus von Böhmen besetzt werden.

Herzog Boleslaw beabsichtigte wahrscheinlich, die Templer zur Bekehrung der Jatwinger zu nutzen, oder sie zum - zumindest nominellen - Schutz des Bistums, einzusetzen. Zu dieser Bistumsgründung ist es jedoch nicht gekommen. Mit Aufgabe dieses Vorhabens verliert sich die Spur der Templerbrüder von Lukow, welche gegen 1256 hier angesiedelt worden waren.


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Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
  • Arnold, Udo; Biskup, Marian: Der Deutschordensstaat Preussen in der polnischen Geschichtsschreibung in der Gegenwart, Elwert 1982, S. 71.
  • Emler, Josef: Regesta diplomatica nec non epistolaria Bohemiae et Moraviae, Prag II. Teil 1882, S. 52, Nr. 138.
  • Horky, Joseph Edmund: Die Tempelherren in Mähren. Sagen, Untersuchungen, Geschichte, Znaim 1845
  • Palacky, Franz: Literarische Reise nach Italien im Jahre 1837 zur Aufsuchung von Quellen der böhmischen und mährischen Geschichte, Prag 1838
  • Schüpferling, Michael: Der Tempelherren- Orden in Deutschland, Bamberg 1915, S. 159.
  • Urkundenregest: Das virtuelle Preußische Urkundenbuch - Regesten und Texte zur Geschichte   Preußens und des Deutschen Ordens - Ältere Abteilung (1140-1381), Online.

 

Luxemburg

Die Existenz von Niederlassungen oder Besitzungen der Templer im heutigen Luxemburg ist stark umstritten. M. Schüpferling führt in seinem Werk Gilsdorf und Johannisberg als Niederlassungen aufgrund der Zuschrift eines zeitgenössischen Pfarrers und Lokalforschers an, Urkunden und archäologische Nachweise hierzu fehlen jedoch vollständig. Ob eine Komturei in Belisch (die Identität des Ortes ist nicht mehr eindeutig zu klären) und in Luxemburg bestand, ist ebenfalls unsicher.

Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur