Walter Scott

s. Scott, Walter

 

Wandmalerei

Die ältesten Wandmalereien, die in Kirchen der Templer überdauert haben, stammen aus dem 12. Jahrhundert. Sie zeichnen sich vor allem durch einen sparsamen Einsatz von Farbe (meist nur weiß/schwarz/rot) aus und imitieren oft die äußere Struktur der Kirche durch gemaltes Mauerwerk, Säulen und andere Verzierungen. Sie stehen deutlich der zisterziensichen Spiritualität und Ästhetik nahe. Bedient wird sich dabei aus dem alten Formenschatz geometrischer Ornamentik (Rosetten) ebenso bedient wie aus der christlichen Ikonographie (Darstellungen der Verkündigung, Marienkrönung oder Majestas Domini) wie aus dem Lebensumfeld der Templer, wie die Fresken in Cressac mit ihren Kreuzfahrerdarstellungen beweisen. Da viele der Fresken zumindest teilweise später übermalt wurden oder gänzlich zerstört wurden ist es heute oft schwierig, das komplette Bildprogramm zu rekonstruieren. Reste templerischer Fresken finden sich zum Beispiel in Auzon, Coulommiers, Cressac, Lagrave d'Ambarès, Montsaunès, Paulhac, Resson, Ruou, San Bevignate (Perugia, Italien), Villemoison.

Von herausragender Bedeutung für die Spiritualität des Ordens sind vor allem die Fresken von Cressac, die geradezu eine Apologie der Templer und ihres Kampfes im Heiligen Land darstellen. Einige Forscher meinen, sogar eine spezifische Schlacht in diesem ikonographischen Programm erkennen zu können: La Boquée 1163, in der die Truppen Nur-ed-Dins durch die Templer und ihre Verbündeten in die Flucht geschlagen wurden. Berühmt aufgrund ihrer schwer deutbaren geometrischen Ornamentik sind die Fresken der Kapelle von Montsaunès. Neben Aposteldarstellungen und Architekturimitaten an den Wänden fällt besonders der Schmuck des Gewölbes auf, auf dem sich Kreuze, Kreise, Rosetten in relativ asymmetrischer Anordnung befinden, die in der zeitgenössischen Kunst aber nicht gänzlich ohne Vorbild sind.

Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
  • Curzi, G.: I Templari e la pittura monumentale: vecchi problemi e nuove considerazioni, in: Milites Templi. Il patrimonio monumentale e artistico dei Templari in Europa, Akten des Kongresses in Perugia vom 6. und 7. Mai 2005, Perugia 2008, S. 299-329.
  • Curzi, G.: La pittura dei Templari, Mailand 2002.
  • Domy, H.: Les peintures murales de l'église templière Notre-Dame à Lagrave d'Ambareès, in: Bulletin et Mémoires de la Societè Archéologique de Bordeaux, 59 (1945-1956), S. 17, 96-99.

 

Werner, Friedrich Ludwig Zacharias (Dramatiker)

Werner (1768-1823), zunächst preußischer Beamter, schrieb Anfang des 19. Jhs. zwei Dramen über das Ende der Templer: "Die Templer auf Cypern" (1803) und "Die Kreuzesbrüder" (1804). Beide bilden den Zyklus "Die Söhne des Tals", der während seiner Freimaurerzeit entstand. 1811 konvertierte Werner zur katholischen Kirche und wurde 1814 zum Priester geweiht.

Wichmannsdorf (Komturei, Deutschland)

Wichmannsdorf (früher auch: Wichmannsdorp, Wichmestorp bzw. Wiersdorf) ist heute eine Wüstung bei Haldensleben im Bundesland Sachsen- Anhalt, aber Teile des Dorfes, bzw. des Templerhauses Wichmannsburg, lassen sich noch lokalisieren.

Die älteste überlieferte Nachricht über die Niederlassung stammt aus dem Jahr 1223. Hier verkauft das Haus der Templer zu "Wigmannesdorp" das Siechenhaus in Halberstadt sowie zwei Hufen in Ströbeck für 22 Mark an einen Pfarrer in Alvensleben (Hertel S. 450 unter Bezug auf: "Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete" Herausgegeben von der Historischen Kommission für die Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt. Halle, Bd.1(1870)-49(1923) - VII, Nr. 21) In den folgenden Jahrzehnten wurde der Besitz durch Schenkungen und Ankauf erweitert. So verkaufte der Graf Konrad von Wernigerode am 10.05.1289 den Tempelbrüdern in Wichmannsdorf die Lehensrechte über einen Teil des Dorfes Bülstringen für 10 Mark Silber und schenkte ihnen das Dorf Wolfshausen. Gemäß einer Urkunde vom 03.03.1295 übereignete Erzbischof Erich von Magdeburg der Templerkomturei Wichmannsdorf eine Wiese, die sogenannte "Hohewisch" inklusive dem Waldstück, sowie eine halbe Hufe Feld im "Rod", als Ausgleichsersatz für einen Schaden (Dreyhaupt II. Teil S. 927 Nr. 589). 1299 gab Ritter Bruno von Eisleben das Nutzungsrecht an fünfeinhalb Hufen (ca. 138 ha) und fünf Höfen zu Bülstringen an die Brüder von Wichmannsdorf, anlässlich des Eintritts seines Sohnes im Templerorden.
Auch die Magdeburger Schöppenchronik erwähnt die Niederlassung des Ordens in Wichmannsdorf. Sie entwickelte sich zu einer bedeutenden Komturei, der zahlreiche weitere Häuser und Besitzungen der Umgebung unterstanden und war als Sitz des letzten Provinzmeisters zeitweilig Zentrum der Ordensverwaltung in den deutschen und slawischen Gebieten.

Bei der Wichmannsburg handelte es sich vermutlich um ein turmartiges festes Haus mit umgebender Mauer, auf einem künstlich angelegten Hügel. Besetzt war die Burg durchschnittlich mit vier Rittern und dem Komtur. Im Laufe des Prozesses gegen den Orden setzte Erzbischof Burchard III. von Magdeburg mehrere Templer, darunter Brüder aus Wichmannsdorf gefangen und zog ihre Güter ein. Das Schicksal der Templerkomturei Wichmannsdorf und ihrer Güter lässt sich an Hand verschiedener Urkunden nachvollziehen. Entgegen der päpstlichen Verfügung gingen sie nicht in die Hände der Johanniter als Rechtsnachfolger der Templer über, sondern in den Besitz der Familie von Dreileben, die einzelne Teile und Rechte wiederum weiter veräußerte. So bekam das Kloster Althaldensleben im Jahr 1312 die Hälfte des Waldrevieres bei Wichmannsdorf von Arno von Dreileben. 1355 verkaufte der Knappe Volrad von Dreileben zu Hundisburg den Ort Wichmannsdorf mit allen Rechten für 200 Mark an das Kloster Althaldensleben (Behrends I. Teil S. 372).

Nicht nur in Urkunden, sondern auch in volkstümlichen Überlieferungen ist Wichmannsdorf als Kommende der Templer anzutreffen. So berichtet zum Beispiel die Sage vom "goldenen Ritter" und dem "Nonnenspring" über den Templerkomtur Friedrich von Alvensleben bzw. über die Templerbrüder auf der Wichmannsburg. Eine weitere Überlieferung besagt, dass auf der weiter nördlich von Haldensleben und östlich der Ortschaft Uthmöden im Wald gelegenen Linderburg geheime Zusammenkünfte von Männern mit weißen Umhängen stattgefunden hätten.

Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur

Sagen: http://www.tempelritterorden.eu/literatur.htm

Sonstige Quellen und Sekundärliteratur:

  • Behrends, Peter Wilhelm: Neuhaldenslebische Kreis - Chronik, oder Geschichte aller Oerter des landräthlichen Kreises Neuhaldensleben, im
    Magdeburgischen - Neuhaldensleben 1824
  • Dörfer, Gerhard: Heimatkundliche Wanderungen im Altkreis Haldensleben herausgegeben vom Gesundheit- und Behinderten- Sportverein
    Haldensleben e.V. Haldensleben 1995
  • Dreyhaupt, Johann Christoph von: Pagus Neletici et Nudzici, oder aus-führliche diplomatisch-historische Beschreibung...
    Emanuel Schneider, Halle 1749/50 - Nachdruck: Fliegenkopf, Halle 2002
  • Janicke, Karl: Magdeburger Schöppenchronik in Die Städtechronik Band I. Magdeburg 1861
  • Hertel, Gustav: Die Wüstungen im Nordthüringen - Geschichtsquellen der Provinz Sachsen Band 38 Halle 1899
  • Ledebur, Leopold von: Die Tempelherren und ihre Besitzungen im preußischen Staate. Ein Beitrag zur Geschichte und Statistik des Ordens
    Allgemeines Archiv für die Geschichtskunde des preußischen Staates Berlin 1835
  • Lehmann, Gunther & Patzner; Christian: Die Templer in Mitteldeutschland LePa- Bücher - Erfurt 2004
  • Riedel, Adolph Friedrich Johann: Codex diplomaticus Brandenburgensis Berlin 1838 - 1869
  • Schüpferling, Michael: Der Tempelherren- Orden in Deutschland,
    Bamberg 1915 Seite 107 - 109
  • Wohlbrück, Siegmund Wilhelm: Geschichtliche Nachrichten von dem Geschlecht von Alvensleben und dessen Güter 3 Bände Ungersche
    Buchdruckerei - Berlin 1819 - 1829


Wilhelm von Tyrus

Siehe: Tyrus, Wilhelm von

 

Winchester, Matthäus von (Chronist)

Mit diesem Namen belegt man den Continuator (oder die Continuatoren) des Werkes "Flores Historiarum", geschrieben von Mathieu de Paris. Die Weiterführung der Chronik setzt etwa 1265 ein und endet 1326. Der Autor war zunächst wie sein Vorgänger Mönch von S. Albans, später Kanoniker in Winchester. Wie Mathieu de Paris ist auch dieser Chronist den Templern eher feindlich gesonnen. Er spricht sehr lang über den Prozeß, beginnt mit einem Zitat der Anklageschrift des französischen Königs von 1307, gibt dann einen Auszug aus den englischen Anklageartikeln. Die Rechtmäßigkeit der Anklage und die Häresie der Templer stellt er an keiner Stelle in Frage. Als Beweis bringt er die Aussagen von zwei Templern (Stephen of Scapelbrugge und Thomas of Thoroldby) aus dem Jahr 1311 vor dem Provinzialkonzil von London -- in Wahrheit sind diese beiden Templer die EINZIGEN, die während des gesamten Prozesses in England überhaupt ein Geständnis abgelegt haben!

Quellen für diesen Artikel und weiterführende Literatur
Matthew of Winchester: Flores Historiarum, ed. Luard, H. R., in: Rolls Series 95, Londres 1890, tome III, 143 et 333s. (Quelle)